9. Munitionslagerbetrieb im Segeberger Forst
Der Munitionslagerbetrieb im Segeberger Forst
Nutzung der Anlagen von 1939 - 1945
Aus Gründen der Tarnung waren die 223 offiziell „Munitionshäuser“ genannten Bunker erdummantelt in den Segeberger Forst gebaut worden. Baumgruppen mit starken Baumkronen sorgten dafür, dass die Munitionshäuser überschattet und verdeckt wurden.
Der Bau der Bunker war mit Rücksicht auf die unbedingt trockene Lagerung der Munition erdummantelt in den Boden eingelassen worden. Die Außenmauern der Bunker hatten am Boden eine Stärke ein 1,50 m und verjüngten sich zur Decke auf 80 cm. Die frei aufliegende Decke hatte eine Tragfähigkeit von 1200 kg/qm. Ein Teil der Munitionshäuser war mit Handlaufkränen versehen. Der Eingang war gegen Splitterwirkung durch eine Panzertür und gegen Wärmeverlust durch eine Wärmedämmtür geschützt.
Die Beleuchtung erfolgte durch direkten Kabelanschluss oder durch transportable
Generatoren mit Dieselantrieb. Es hatte Anschluss an das Schmalspur-Eisenbahnnetz des
Arsenals, die Bahn konnte in die Bunker einfahren.
1945 - 1949 Entmilitarisierung und Arsenalsauflösung
Nach dem Krieg wurde im Rahmen der Arsenalsauflösung ein Munitionsbestand
von insgesamt 47.390 t vernichtet, und zwar wurden 6.177 t Pulver v. 07.07.45 - 07.11.47
verbrannt, 11.688 t an die alliierten Siegermächte abgeliefert, 4.309 t für Sprengungen
(unter anderem auf Helgoland) verwandt und 23.455 t, also fast die Hälfte des Bestandes,
vor Kiel in der Ostsee versenkt, wo sie heute noch liegen.
Mit Beendigung aller Abwicklungsarbeiten endete der Bestand des Marine-Artillerie-
Arsenals Fahrenkrug offiziell am 06.12.1947.
Vom 30.03. - 19.04.1948 wurden dann aber noch 170 Bunker gesprengt und dann noch
einmal die restlichen am 16.05.1949 - bis auf 7 Stück: und zwar die 4 am sogenannten
„Knüppeldamm“ (heute: Willy-Pelz-Straße/Alter Barker Weg), in denen die britische
Militärregierung noch 163 t Munition aufbewahrte, und 3 Stück bei Tor 8
Nutzung ab 1949
1952 ging durch einen sogenannten Flächenaustauschvertrag das Bunkergelände wieder
in den Besitz der Forstverwaltung über, während der „Rest“ des Arsenalgeländes nebst
Gebäude Eigentum der Finanzverwaltung und Teil der Gemeinde Wahlstedt wurde.
Die vier Bunker am „Knüppeldamm“ wurden in der Vergangenheit von Wahlstedter
Betrieben als auch vom THW genutzt und sind heute von Privatpersonen gemietet,
während die 3 anderen Bunker zeitweise von einer Sprenggesellschaft gemietet wurden
und heute vom Nabu als Fledermausquartier genutzt werden.
Die südlich der später Willy-Pelz-Str. / westlich der Kronsheider Straße gelegene
ehemalige Arsenalsfläche wurde von den Bunkerruinen befreit, veräußert und
und ist zum Großteil seit 1960 der Standort der Grundfos Pumpenfabrik und zum
anderen später von Pelz-Watte mit Ihrem Hochregallager bebaut worden.
Aktuell 2025
- die verbliebenen Bunker werden von privaten Mietern und dem Nabu genutzt
- den in Gewerbefläche umgewandelten Teil des Bunkergeländes nutzen die
Unternehmen Grundfos und Pelz für Ihre Industriebauten
- der größte Teil des ehemaligen Arsenalgeländes gehört aber heute zum Segeberger
Forst