12. Informations- und Dokumentationszentrum
Das Informations- und Dokumentationszentrum/ Gedenkstätte ehemals Bunker für die Wasserversorgung
Nutzung des Gebäudes 1939 - 1945
Es befanden sich ein Haupt- und ein Nebenwasserwerk innerhalb der Anlage, sie
konnten in einer Stunde 280 cbm Wasser fördern.
Die Grundwasserverhältnisse gestatteten es, den gesamten Wasserbedarf für
Betriebs- und Feuerlöschzwecke sowie die Werkssiedlung zu decken. Das Wasser
wurde aus 6 Filterbrunnen: 4 für das Hauptwasserwerk und 2 für das
Nebenwasserwerk angesaugt. Das Brunnenrohr war so ausgeführt, dass einmal eine
unmittelbare Verbindung zur Ansaugleitung bestand zum anderen ein Rohrstutzen
das Anschlussstück für die transportablen Feuerlöschpumpen trug.
Das Wasserleitungssystem war als Ringleitung mit einer Gesamtlänge von
16.500m verlegt. An das Rohrleitungssystem waren 96 Feuerlöscher-Hydranten
angeschlossen, davon 83 innerhalb und 13 außerhalb des Marineartillerie-Arsenals.
Im Hauptwasserwerk waren 3 Trinkwasser- und 3 Feuerlöschpumpen angeordnet.
Die dritte Trinkwasserpumpe konnte gleichzeitig als Feuerlöschpumpe geschaltet
werden, so dass vom Hauptwasserwerk aus insgesamt 160 cbm Wasser pro Stunde
für Feuerlöschzwecke mit 8,5 atü zur Verfügung standen.
1945 - 1949 Entmilitarisierung und Arsenalsauflösung
Noch im Sommer 1949 wurde das im Bunkergelände befindliche Nebenwasserwerk
von den Briten gesprengt und die dort verlegten Wasserleitungen entfernt.
Nutzung ab 1947
Nach der Demontage des Marinearsenals durch die englische Militärregierung
wurden die freigewordenen Hallen und Gebäude für zivile Zwecke freigegeben. Im
Zuge der Privatisierung bundeseigener Liegenschaften, musste die damalige
Gemeinde Wahlstedt, von der Bundesrepublik Deutschland als Besitzer, das
Wasserwerk am 29.06.1959 mit einem Preis von 280.000 käuflich erwerben.
Bis 1982, der Fertigstellung des neuen Wasserwerks, war das alte Wasserwerk noch
in Betrieb. Danach nutzten es unter anderem der Wahlstedter Sportfahrerkreis und
2012 konnte es die Volkshochschule Wahlstedt e.V. pachten.
In dem ehemaligen und zwischenzeitlich unter Denkmalschutz stehenden
Wasserwerksbunker befindet sich seit 2013 das Informations- und
Dokumentationszentrum. Ausgestellt sind dort u.a. Exponate aus der aktiven Zeit des
Marineartilleriearsenals: Pläne und Fotos, Geschirr, Stoffe, aus „Kriegsmaterial
Gefertigtes“, Schmalspurbahn Loren, Verpackungskisten und Munition. Dokumente
zu Zwangsarbeit- und Kriegsgefangenschaft, sowie eine Ausstellung zu Flucht und
Vertreibung. Zu sehen sind außerdem Dokumente und Ausstellungen zur
Industrieansiedlung, dazu Dokumente zur Privatisierung. Werkzeuge und Exponate
zur Ausbildung durch das Landesarbeitsamt zu Hilfsfacharbeitern in den
Handwerksberufen.
Aktuell 2025
Eine Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände des Info- und
Dokumentationszentrums zum Thema Zwangsarbeit, Kriegsgefangenschaft und
Flucht und Vertreibung.
Info- und Dokumentationszentrum „Marineartilleriearsenal“
Waldstraße 101, 23812 Wahlstedt