4. Energieversorgung
Die Energieversorgung
Nutzung der Gebäude 1939 - 1945
Strom-Versorgung
Die Versorgung mit elektrischer Arbeit erfolgte vom nächstgelegenen E-Werk der
Schleswag in Lübeck mittels Hochspannungsleitung bis zu einem Freileitungsmast
außerhalb des Arsenals, um dann per Erdkabel zur Übergabestation weitergeleitet zu
werden und schließlich per 1038m Hochspannungskabel zur im E-Werk befindlichen
Umspann-Station zu gelangen, wo die beiden insgesamt 750 kVA leistenden
Transformatoranlagen mit dem 11KV 50 Herz Drehstrom versorgt wurden, um
diesen in 400 Volt Starkstrom zu wandeln.
Für den Fall von Stromausfällen gab es ferner zwei Dieselaggregate mit je 500 PS, die
Generatoren mit einer Gesamtleistung von 800 kVA antrieben und zu ihrer Kühlung an die
Wasserleitung angeschlossen waren. Der 10.000 Liter fassende Dieseltank war in der
Nähe des E-Werks eingegraben. Ferner gab es vorsorglich eine 120 cbm fassende
Kühlwasser-Zisterne.
Die gesamte Erdkabellänge betrug für 8 Ringleitungen im Arsenal 32 km mit 42
Verteilerstellen. Für die Barackenlager waren weitere 2,12 km Erdkabel verlegt.
Fernheizwerk
Für die Wärme-Erzeugung zur Raumbeheizung, für Betriebszwecke, für Koch-, Wasch-
und Badezwecke war ein Fernheizwerk mit einer Maximal-Leistung von 12.300.000 WE/h
errichtet worden. Zum Umwälzen der Gesamtwasserfüllung von 280 cbm gab es zwei
Umwälzpumpen von 180 cbm. Die Wärmeverteilung der Verbrauchsstellen erfolgte durch
ein Rohrsystem mit einer Länge von 35km. Dazu bestand in ausgemauerten Erdkanälen
ein Rohrsystem mit insgesamt 57 Verteilungen. An das Heizwerk waren 41 Gebäude
angeschlossen.
1945 - 1947 Entmilitarisierung und Arsenalsauflösung
Beim Heizwerk wurden 3 der 7 gróßen Heizkessel und mehrere Warmwasserbereiter
sowie beim E-Werk eines der beiden Dieselaggregate mit vielem Zubehör ausgebaut.
Nutzung ab 1947
Das Fernheizkraftwerk wird weiterhin genutzt und bedient neben dem Industriegebiet
auch viele zwischenzeitlich dazugekommene Wohngebiete in Wahlstedt.
Es wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich modernisiert und erweitert.
So erfolgten kontinuierlich Umstellungen des Primärenergieträgers, der Umbau
in ein Blockheizkraftwerk und in 2024 wurde ein Holzschnitzelheizwerk angeschlossen.
Nach dem Krieg übernahm und betrieb die Schleswag das E-Werk.
Nach Betriebseinstellung wurde das Gebäude dann 1998 an die Firma SGW, Wahlstedter
Sprenggesellschaft, veräußert und wird von dieser genutzt, wobei ein Teil an die
Ballettschule Ballett & Company von Sylvia Schmedtje vermietet ist.
Aktuell 2025
HanseWerk Natur GmbH, Dr.Hermann-Lindrath-Str. 19, Wahlstedt
SGW, Dr.-Hermann-Lindrath-Str. 12a, Wahlstedt
Ballettschule Ballett & Company, Inh. Sylvia Schmedtje, ebenda