Schuhe und Kleidung

Ein Blick in die Sammlung

Das Museum besitzt eine Reihe wertvoller Kleidungsstücke, von denen mehrere noch aus der Kaiserzeit stammen. Der Stoff ist inzwischen schon ein wenig empfindlich geworden, aber bei einer Führung lassen sich die Stücke noch sehr gut betrachten. Viele Stücke sind Spenden, sie waren Erinnerung an Großeltern oder Schwiegereltern und haben durch sorgfältige Behandlung bis heute ausgehalten.

Sich verkleiden

Eine ganze Sammlung von Kleidern besteht, mit denen Kinder, vor allem Mädchen, sich verkleiden können. Diese Kleider können beispielsweise zu einem kleinen Projekt einer Schulklasse ausgenutzt werden. Außerdem treten auch immer wieder kleine Gruppen in diesen Kleidern beim Fest der Nationen oder vergleichbaren Anlässen auf und werben für das Museum. Wie sagte schon Gottfreid Keller: "Kleider machen Leute".

Schuhe

Wir haben eine gut eingerichtete Schusterwerkstatt und erklären, wie in Handarbeit aus Leder Schuhe gefertigt wurden. Die Schuhe kamen aus der Nachbarstadt, z.B. Neumünster. Sie waren genäht und nicht wie heute geklebt. Die schweren Sohlen wurden mit Holznägeln, sog. Teksen, an den Schuhen befestigt. Man unterschied zwischen Schumachern und Schustern, die nur Reparaturen ausführten. Letztere waren meist sehr arme Leute, ein Indiz dafür ist die Schusterkugel, dazu passt auch der folgende Kinderreim, der wohl vielen noch bekannt sein müsste:

Klabuster, klabuster,
im Keller ist es duster,
da wohnt ein armer Schuster.
Er hat kein Licht. Er hat kein Licht.
Er kennt die liebe Sonne nicht.

Schuhe und Märchen

Schuhe führen nicht nur ins Handwerk, sondern auch in viele Märchen. Am bekanntesten sind wohl Der gestiefelte Kater und Die Sieben-Meilen-Stiefel. Beide Märchen handeln von den vielen unerfüllbaren Wünschen der damaligen Menschen.

Sind die Gruppen älter, so kann man das auch erklären: Der gestiefelte Kater überwindet gesellschaftliche Schranken, was noch vor hundert Jahren eigentlich unmöglich war. Mit den Sieben-Meilen-Stiefeln kann man endlich einmal woanders hin, vor Flugzeug, Auto, Eisenbahn war das für fast alle Menschen ein unerfüllbarer Traum. 

Mit jüngeren Gruppen kann man spielerisch an die Märchen herangehen und mit Basteln die Entstehung eines Schuhes ein wenig näher bringen.

Zurück zur Übersicht

 

| Heimat- und Handwerksmuseum Wahlstedt | Waldstraße 1 | 23812 Wahlstedt |