Militär im Wandel der Zeit

Die Betrachtung der zahlreichen Bilder von Soldaten in Uniform führt zu einer interessanten Entwicklung:

In der Kaiserzeit überwiegt der Stolz auf des Kaisers Rock, wie die Uniform damals genannt wurde.

Ab etwa 1916 erkennt man aus den Bildern den Ernst des 1. Weltkrieges. Die Soldaten wirken müde und abgekämpft. Auf der Rückseite von Feldpostkarten kann man die Erschöpfung lesen: Ich wünsche Dir, daß Du nicht Soldat wirst steht auf einer Karte, die im Februar 1918 aus Antwerpen abgeschickt wurde.

Zwischen den Weltkriegen ist es normal, dem Militär zu dienen.

Im 2. Weltkrieg taucht eine ganz neue Form von Soldatenfoto mit eher traurigem Hintergrund auf. Die Soldaten wissen spätestens seit Beginn des Russlandfeldzuges, dass kaum Aussicht besteht, das Ende des Krieges lebend zu erreichen. Sie wollen ein Erinnerungsfoto hinterlassen, damit ihre Kinder einmal wissen, wie ihr Vater überhaupt ausgesehen hat. Diese Fotos können die Soldaten auch in Zivil zeigen.

Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden.

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Jahrgang unbekannt




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Mit Sicherheit gehören die folgenden beiden Fotos zu den oben erwähnten Erinnerungsfotos.
Das Foto des Marinesoldaten trägt auf der Rückseite die Bemerkung Zur Erinnerung 1914-18 und 1944. Das Zivilfoto ist wohl im Zusammenhang mit dem Einsatz in Russland entstanden.


Einen eher tragischen Hintergrund haben etliche Fotos junger Soldaten. Zur Hebung der Truppenmoral wurden junge Mädchen verpflichtet, Briefe an junge Soldaten an der Front zu schreiben. Dabei sind natürlich oft auch Fotos ausgetauscht worden. Viele der jungen Soldaten haben das Kriegsende nicht gesehen. Und gewaltig war oft die Enttäuschung, wenn nach Jahren der russischen Kriegsgefangenschaft die Briefpartner sich endlich gegenüberstanden und feststellen mussten, dass sie überhaupt nicht zusammenpassten, oder das Mädchen war längst verheiratet.

Foto: 1943

Dienstgrad: Gefreiter

Name und Schicksal dieses Landsers sind unbekannt.

Das Bild stammt aus Wahlstedt.

 

 

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