Wahlstedt wird Stadt

Nach dem 2. Weltkrieg sprang die Einwohnerzahl Wahlstedts in kurzer Zeit von ca 750 (1939) auf über 3000 (1953). In dieser Gemeinde entwickelte sich ein reges Streben, sehr viele Mitbürger wollten etwas für ihre Gemeinde tun.

Einerseits entstand ein sehr reichhaltiges Vereinsleben. Die Internetseite der Stadt Wahlstedt verzeichnet zur Zeit (2010) 51 Vereine und Verbände, dazu zählen Sport, Feuerwehr und viele andere. Das Leuchtturmprojekt ist sicher der 1975 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Rudolf Gußmann gegründete Kulturring; vermutlich gibt es in Deutschland keinen weiteren Theaterbetrieb dieser Größe in rein ehrenamtlicher Förderung. Allen Ehrenamtlern Wahlstedts sei hier Dank ausgesprochen.

Dazu kamen viele, viele Betriebe, die Arbeitsplätze schafften. Nicht mehr alle Betriebe existieren. Wir wollen mit den Bildern stellvertretend für alle, die hier angefangen haben, an die damalige Aufbruchszeit erinnern. Wir können natürlich nur einige Bilder zeigen, würden uns aber freuen, wenn Wahlstedter Firmen uns helfen, unser Archiv zu vergößern.

Bei Kriegsende übernahm die Royal Navy das Arsenal (3. Mai 1945), nach Abbau aller militärischen Einrichtungen ging es zum Schluss an die Bundesvermögensverwaltung über. Ab Ende 1947 wurden das Gelände des Arsenals und seine Gebäude zur industriellen Nutzung freigegeben, ab dieser Zeit siedelten sich auf dem Gelände Betriebe an, von denen fünf von Anfang an bis heute bestehen und große Bedeutung für die Stadt Wahlstedt besitzen.
- Fa arko am 29. Februar 1948
- Fa Hohlglasshütte Bulle am 1. Juli 1947, heute Ardagh Glass
- Fa W. Pelz in 1948
- Fa Lichtenheldt ab 1948
- Fa Tischlerei Ehmke
Viele Firmen, die heute noch Rang und Namen haben, sind dazu gekommen, manch andere gibt es leider nicht mehr, z.B. Brillen-Optik-Norden oder OKAL-Fertighäuser, Köhler und Peters (Betonwaren), Terrot (Strickmaschinen, ursprünglich ab 1949 Bierbaum). In das Verwaltungsgebäude des Arsenals kamen damals Lehrwerkstätten, in denen Kriegsheimkehrer auf zivile Berufe umgeschult wurden; sie waren ja z.T. von der Schulbank an die Front geschickt worden. Im Gildeweg stehen noch Häuser, die von diesen Umschülern errichtet wurden. Ab 1961 kam dann die AOK in das ehemalige Verwaltungsgebäude.

Einige Firmengründungen waren so wichtig, dass nach den Gründern eine Straße oder eine Schule benannt wurde.

Wahlstedt erhielt 1956 sein Wappen und 1967 Stadtrecht.

Am 14.10.1957 fasste die Gemeinde den Beschluss, den Ortskern zu sanieren.
Am 3.8.1971 begannen die ersten Erschließungsarbeietn im westlichen Teil.
Am 15.8.1981 wurde Wahlstedt Landessieger im Wettbewerb "Bürger, es geht um Deine Gemeinde".
Am 4.6.1983 wurde die Sanierungsmaßnahme offiziell beendet.

Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden.

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Fa. Lichtenheldt



Mit vielen anderen wurde auch die Fa. Lichtenheldt nach dem Kriege nach Westdeutschland verlegt. Die Firma war 1745 in Meuselbach/Thüringen durch den Apotheker J. N. Lichtenheldt gegründet worden und wurde dort 1948 auf dem Gebiet der damaligen sowjetischen Besatzungszone enteignet.


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