Küche

Hausarbeit

Man stelle sich eine Küche vor, in der alles fehlt, was heute selbstverständlich ist. Kein Elektro- oder Gasherd, kein fließendes Wasser, kein Kühlschrank, keine Heizung, keine Geschirrspülmaschine, keine Waschmaschine, dann sind wir in der guten, alten Zeit.

Auf dem Kohleherd wurde gekocht, Heizmaterial waren neben Kohle und Brikett natürlich Holz und Torf. Für Holz und Torf musste man auf dem Lande selber sorgen. In den Zimmern standen Öfen, für die im Winter das Heizmaterial auch herangeschleppt werden musste. Manche Hausfrau war allein vom Heizen ausgelastet, viele Zimmer blieben auch einfach kalt.

Warmes Wasser, z.B. zum Abwaschen, gab es nur, wenn während des Kochens auch ein Kessel mit Wasser auf dem Herd stand.

Viele Haushaltsgeräte waren schwer und unhandlich. Wir haben im Museum ein Bügeleisen, dass fast 8 kg wiegt, nach einigen Stunden weiß man, was man getan hat. Das Bügeleisen mit Holzkohle-Heizung war auch nicht einfach zu bedienen. Und die fast 1 m lange Eisenzange von fast 5 kg Gewicht ist ein Waffeleisen. Bitte, man stelle sich eine Hausfrau mit 8 Kindern und Gesinde vor, wenn alle mit Waffeln satt sind.



Ein Blick in die gute Stube: Sie wurde alltags auf dem Lande nicht benutzt. Wer von früh morgens bis zum späten Abend im Stall, bei den Tieren, auf dem Feld, bei Pflug, Saat und Ernte war, konnte die gute Stube nicht benutzen.

Ein Blick in die Großstadt: Natürlich gab es wohlhabende Leute, aber das war nicht die Mehrheit. In der Chronik von Neumünster kann man es nachlesen. Männer und Frauen arbeiteten in der Textilindustrie um 1900 12 Stunden am Tag und 6 Tage in der Woche. Die noch nicht schulpflichtigen Kinder mussten ihren Müttern die Babys zum Stillen in die Arbeitspausen bringen !

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