Nähkloben

Holzzangen helfen auf dem Bauernhof

Bei der Arbeit geht immer auch etwas kaputt und muss repariert werden, dabei galt früher, dass soviel wie möglich selbst gemacht wurde.

Insbesondere Pferdegeschirr muss immer mal wieder repariert werden. Nun ist Pferdegeschirr aus sehr festem Leder, man braucht beide Hände zum Arbeiten, und dann fehlt die dritte Hand zum Halten. Hier hilft dieser Nähkloben. Er wird zwischen die Beine geklemmt und hält dann das Geschirr fest, eine Ausbuchtung am Kloben verhindert das Abrutschen, beide Hände sind frei für Ahle und Nadel.

Wir bedanken uns für den Namen dieser Teile bei einem alten Freund des Museums.
Häufig sind die Bezeichnungen und Bedeutungen alter Teile leider schon lange aus dem Gedächtnis verschwunden.
Und bei der heutigen Mechanisierung kann man sich die vielen einfachen Geräte und die damit verbundene körperliche Arbeit gar nicht mehr vorstellen.

Ein S-förmiges Eisenstück am langen Stiel diente als Stampfer zur Bereitung von Schweinefutter. Für die Schweine gab es gekochte Kartoffeln oder Essensreste. Sehr gerne wurden auch Essensreste aus Restaurant- und Hotelküchen, sog. Drang, zugekauft.
Heute ist das nicht nur verboten, es liefert auch nicht die heute geforderte Qualität. In der Guten, Alten Zeit war es wichtig, das Schwein kostengünstig bis zum Herbst möglichst groß zu bekommen.
Der Plaggenquick, eine breite und schwere Hacke, wurde benutzt, um Heideland zu bearbeiten. Heidekraut ist sehr hart und zäh und lässt sich nur schwer beackern.
Stunden- und tagelange Arbeit mit dieser Hacke brachten heftige Rückenschmerzen.
Der Dengel ähnelt einem großen Nagel. Es ist ein kleiner Amboss. An den Erntetagen wurde er abends in die Erde gesteckt, auf dem Hof auch in die Ritzen zwischen den Pflastersteinen. Dann konnte man auf dem Kopf des Dengel die Schneide der Sense mit einem Hammer wieder schön gerade klopfen.
Zur Erntezeit hörte man das Geräusch des Dengelns durch das ganze Dorf.



 

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